still loving squats

22. Oktober 2010
22:00

Wo: wird bekannt gegeben auf: hausprojekt.noblogs.org


Wir (die Gruppe Hausprojekt) wollen im Rahmen der Aktionswoche zeigen, dass wir immer noch (seit nunmehr über einem Jahr) Raum fordern, um unser Konzept Realität werden zu lassen. Ihr habt Projekt-, Workshop- oder sonstige Ideen und (noch) keinen Platz diese umzusetzen? Nehmen wir uns [mindestens eine Woche lang] den Raum, den wir brauchen, um ihn gemeinsam zu gestalten, gemeinsam zu lernen, zu experimentieren und zu reflektieren! Wichtig ist uns, dass wir einander vertrauen können. Eine Basis dafür sind die Grundsätze des Hausprojekts. Wir wünschen uns einen Umgang miteinander, wo auf die jeweiligen Bedürfnisse Rücksicht genommen und ein emanzipatorischer Anspruch geteilt wird. Das heißt, dass Verhalten, das andere unterdrückt, sei es verbal oder physisch, nicht geduldet wird. Das Haus soll ein Freiraum und kein Raum für rassistisches, homophobes oder sexistisches Verhalten sein. Das aktuelle Programm, zu dessen Mitgestaltung wir euch alle einladen, findet ihr auf unserem blog.

Die Initiative Hausprojekt existiert seit nun mehr als zwei Jahren und versucht über die Aktionsform Besetzung ein Haus zu erkämpfen. Bis jetzt ist unser Anliegen bei der Stadt Wien auf relativ taube Ohren gestoßen. Deshalb besetzen wir munter weiter. Uns ist es besonders wichtig einen Raum zu schaffen, in dem wir aufeinander aufpassen und unser Verhalten reflektieren. Das Haus soll ein Freiraum und kein Raum für rassistisches, homophobes oder sexistisches Verhalten sein. Konzept und Grundsätze findet ihr auf unserem blog.

hausprojekt.noblogs.org

PROGRAMM

Freitag:

# Fr. 22.10 ca. 22 Uhr: Hauseröffnung!

# Fr. 22.10: VOKÜ – warme & vegane Schlemerein von der Vokü! 🙂

Samstag:

# Sa. 23.10 16Uhr: Gemeinsames Transpi malen & aufhängen!

# Sa. 23.10 ab 19Uhr: KostNix-Kino – Schwerpunkt: HomoLesBiTrans

Stonewall (USA 1995) Nigel Finch, 99 Min.;

„Who could have guessed that a bunch of men in dresses would breath life
into the movement to win equal rights for gay men and lesbians? Certainly
not the police who raided the Stonewall Inn, a popular „drag“ bar in
Greenwich Village. After a long history of police raids, extortion, and
brutality, a gaggle of drag queens at the Stonewall decide they have had
enough and begin to riot when the police try to load them into a paddy
wagon. Told by „La Miranda“ (Hector), a regular customer at the Stonewall
Inn, the film is a recounting of events that led up to that fateful day in
1969. „Matty Dean“ is the handsome angry young man that La Miranda meets
at the Stonewall one day and with whom she/he quickly falls in love.
„Bostonia“ is the self-styled Queen Mother of the drag queens and guides
each initiate gently „into the life.“ Her lover, Vinnie, is the closeted
proprietor of the Stonewall. His tragic response to the suffocation he
feels bearing down on him from a homophobic world — perhaps as much as
anything else — sparks the riots. This is the Stonewall Riots „As Told By
La Miranda“.“

Venus Boyz (Schweiz 2001) ein Film von Gabriel Baur, 104 Min.;

„Eine filmische Reise durch das Universum weiblicher Männlichkeit.
Eine legendäre Drag King Nacht in New York ist Ausgangspunkt einer Odyssee
durch Welten jenseits der Geschlechtergrenzen, in welchen Frauen zu Männern
werden – die einen für eine Nacht, die andern für ihr ganzes Leben: was
bewegt sie, was verändert sich, wovon träumen sie. Die Drag Kings in NewYork
treten in Klubs auf und verwandeln sich lustvoll in ihre männlichen Alter
egos, parodieren sie, erkunden männliche Erotik und Machtstrategien.
Frauen in London experimentieren mit Hormonen und werden zu neuen Männern
und Cyborgs. Männlichkeit und deren Transformation als Pe r fo rm a n c e,
Subversion oder ex i s t e n t i e l l e Notwendigkeit. Ein intimer Film
über Menschen, die zwischengeschlechtliche Identitäten kreieren.“

Shortbus (USA 2006) von John Cameron Mitchell, 101 Min.;

New York. Jamie und James sind ein schwules Paar, in dessen Beziehung es
kriselt; Sofia ist eine Paartherapeutin, die trotz akrobatischem Sex mit
ihrem Mann Rob noch nie einen Orgasmus hatte; die junge Domina Severin
leidet unter ihrer Unfähigkeit, eine tiefergehende persönliche Beziehung
aufzubauen. Sie alle begegnen einander irgendwann, kommen einander näher:
Zunächst die beiden Schwulen und die Therapeutin in einer grotesk endenden
Therapiesitzung, zuletzt alle in einem Club namens Shortbus in Brooklyn.
Ein Treffpunkt voller queer-libertär-anarchistischer Freigeistigkeit…

# Sa. 23.10 23Uhr: Gemeinsames Dumpstern gehn! – Auch für AnfängerInnen 😉

Sonntag:

# So. 24.10 15Uhr: Probe einer neuen Blaskapelle!

# So. 24.10 17Uhr: DISKUSSION: “Give up activism?!”

Der Text “Give up activism” ist eine Reflexion aus London nach einem
globalen Aktionstag am 18. Juni ’99. Fast schon alt aber trotzdem aktuell
ist er ein guter Ansatz für eine selbstkritische Diskussion über die
Rollen und Handlungsmuster, die “Aktivismus” oft mit sich bringt. Aufgeben
sollen wir deshalb sicher nicht. Aber diskussionswürdig ist schon, ob es
der goldene Pfad zu sozialer Veränderung ist, wenn eine kleine elitäre
Minderheit in der Rolle der special agents for change schlüpfen und Aktion
hinter Aktion machen, dann aber wieder in ihr im Grunde bürgerliches Leben
zurückkehren. Vielleicht ist es vielmehr nötig, Wege zu finden, unseren
Alltag widerständig zu gestalten.

Vorher lesen kann nicht schaden, es wird aber vor Ort auch ausgedruckte
Exemplare geben, in dem Fall besser eher früh kommen. Wer selber
interessante Beiträge zum Thema kennt, bitte gerne mitbringen

Give up Activism:
http://libcom.org/library/giveupactivism

Ein Postscript der AutorIn:
http://libcom.org/library/giveupactivismps

# So. 24.10 20Uhr: LESUNG: aus dem „Lexikon der Sabotage“ von & mit Peter
A.Krobath

»Es gibt unerlaubte Handlungen im (Berufs-)Leben, von denen durchaus
geredet wird – aber nur hinter vorgehaltener Hand. Was im privaten Jargon
gerne als Notwehr oder Heldentat umschrieben wird, ist juristisch gesehen
nichts anderes als Betriebskriminalität. Die Statistiken von
Ermittlungsbehörden und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften besagen, dass
diese Form der Kriminalität in Österreich und Deutschland in den letzten
Jahren gestiegen ist. Im Speziellen nehmen Unterschlagungs- und
Diebstahldelikte am Arbeitsplatz deutlich zu, aber auch Produktpiraterie
und Industriespionage.

Aus der Sicht der Akteure stellen sich diese Sachverhalte meist
entspannter und oft auch amüsant dar. Die Rede ist vom notwendigen
Aufbessern des Gehalts in prekären Arbeitsverhältnissen; vom Reiz der
unwiderstehlichen Gelegenheit; vom Mitschneiden und Mitnaschen, weil es
die anderen und ganz besonders »die da oben« auch tun; von der zwar nicht
erlaubten, aber legitimen Eigeninitiative und der sozialen Rebellion; aber
auch vom kindischen Unfug, sanften Verweigern, cleveren Austricksen,
kreativen Schabernack – nur wenn von der Rache am Chef berichtet wird,
kommt mitunter auch ein bitterer und ernsthafter Ton ins Spiel.

Bernhard Halmer und Peter A. Krobath haben sich in den letzten Jahren
umgehört und zu Papier gebracht, was eigentlich nicht für die
Öffentlichkeit bestimmt ist. Naturgemäß konnten sie diese ganz anderen
Erzählungen aus der Arbeitswelt nicht auf ihren Wahrheitsgehalt
überprüfen. Doch ob wahr, geschönt oder eine urban legend – das Lexikon
der Sabotage gibt einen spannenden und soziologisch interessanten Einblick
in die psycho-soziale Befindlichkeit von Arbeitnehmern und freien
Mitarbeitern: Vom Tankwart zur Ärztin, vom Polizisten zur
Fitnesstrainerin, vom Meinungsforscher zum Schiffskoch, vom Taxifahrer zur
Biologin, vom Journalisten zur Buchhalterin, vom Installateur zur
Sexarbeiterin und vom Schlafwagenschaffner zur Flugbegleiterin kommen die
unterschiedlichsten Berufe zu Wort.

Hier drei Youtube-links mit Lesungsausschnitten:

http://www.youtube.com/watch?v=fN5KVfXBtMs
http://www.youtube.com/watch?v=nA-OPG6X3B8
http://www.youtube.com/watch?v=l5qxfVG8mLI

Montag:

# Mo. 25.10 16Uhr: WORKSHOP: „Vergolden“ für Anfängerinnen (mit
Schlagmetall) – bringt Zeux mit dass ihr gerne vergolden würdet!
LUXUS FÜR ALLE !!!

# Mo. 25.10 ab 19Uhr: KostNix-Kino: Schwerpunkt: Squatting!

Sag niemals nie – Räumung der Mainzer Straße

(Kollektiv Mainzer Strasse, german 1990, 100 min.)

Die Räumung der Mainzer Straße im Bezirk Friedrichshain in Berlin am 14.
November 1990 war eine Straßenschlacht um zwölf besetzte Häuser und gilt
als einer der massivsten Polizeieinsätze Berlins in der Nachkriegszeit.

Der Film “Sag niemals Nie – Räumung Mainzer Straße” dokumentiert das Leben
und den Kampf der HausbesetzerInnen gegen Faschismus und staatliche
Räumungsmaßnahmen im gleichnamigen Straßenzug.

Nach der Wende zog es viele Autonome aus der Kreuzberger
Hausbesetzerszene in den Osten der Stadt. Am 29. April 1990 wurden zwölf
Häuser in der Mainzer Straße besetzt. Am Morgen des 12. November wurden
daraufhin drei neu besetzte Häuser von der Polizei geräumt, worauf es
mittags auf der Frankfurter Allee zu einer Demonstration der Bewohner in
der Mainzer Straße kam. Aufgrund errichteter Barrikaden und ausgehobener
Gräben am Ende der Straße kämpfte die Polizei mit Wasserwerfern und
Räumpanzern bis ca. drei Uhr früh und zog sich anschließend zurück. In der
Nacht zum 14. November wurden die Barrikaden von den Hausbesetzern erhöht.
Mit dem Einsatz von Wasserwerfern, Hubschraubern, Tränengas und
Schusswaffen stürmten etwa 4.000 Polizisten gegen sechs Uhr morgens die
Straße, die von ca. 500 Autonomen mit Steinen und Molotowcocktails
verteidigt wurde. Sie war nach zwei Stunden vollständig geräumt. Insgesamt
gab es mindestens 300 Festnahmen und viele zum Teil schwer Verletzte. Etwa
10.000 Demonstranten versammelten sich am Abend um gegen die Räumung zu
protestieren.

Buko 69 – (Nikolaj Viborg; Denmark; danish, 2008, 60 min. OmEU)

„69“ is a documentary about a large group of young people who did not see
themselves, culturally or politically, as part of established society. In
1982 they lawfully occupied what was known as the Youth House
(Ungdomshuset) at Jagtvej 69, on the outskirts of Copenhagen’s inner
city. The film portrays the group’s situation in 2007, documenting the
stormy last six months of the Youth House’s history, where the
radicalized group rage against the establishment. By following the inner
circle of activists, we learn more about the group, the reasons for their
actions, and the cause of their predicament.

Aegidigasse: Wien ist anders (Wien, deutsch, 1986? 72min)

# Mo. 25.10 23Uhr: Gemeinsames Dumpstern gehn! Auch für AnfängerInnen 😉

Dienstag:

# Di. 26.10 16Uhr: WORKSHOP: Wir basteln uns Stencils und probieren sie
danach gleich aus!

# Di. 26.10 ab 19Uhr: KostNix-Kino:

ANGST HABE ICH KEINE: REGINA KIWANUKA by Veronika Dimke

*Trigger-Warnung!*

„Angst hab ich keine: Regina Kiwanuka“ ist der erste Teil aus der
Filmreihe über Flüchtlingsaktivistinnen.
Hausmeister haben Schlüssel zu den Wohnräumen in Flüchtlingsheimen. Dies
ermöglicht Übergriffe und Zwangs- prostitution.
Der Film begleitet Regina Kiwanuka zwei Jahre lang bei ihrer politischen
Arbeit für die Rechte von Flüchtlingen. Regina Kiwanuka – Tochter des
ermorderten Premierministers Benedicto Kiwanuka – ist weiterhin von
Abschiebung bedroht. In Uganda drohen der Exilpolitikerin Verschleppung
und Gefängnis, da sie sich für eine Demokratisierung des zentral-
afrikanischen Landes einsetzt.

EXIT THROUGH THE GIFT SHOP (GB/USA 2009) BANKSY 87 Min eng

Eigentlich wollte Thierry Guetta einen Film über das notorische
Street-Art-Phantom Banksy drehen. Dann aber verlor er sich in tonnenweise
Material über Street Art im Allgemeinen und Banksy im Besonderen und
schließlich in der eigenen daraus sich ergebenden Karriere als Street Art
Superstar «Mr Brainwash» in der Warhol-Nachfolge.
Nun musste Banksy die Sache selbst in die Hand nehmen und versuchen zu
retten, was zu retten war. Herausgekommen ist diese wilde Mischung aus
Dokufiction, Mocumentary, Kunstbetriebs-Persiflage, Künstlerporträt und
Meta-Kunstfilm. Lustig, frech und schlau. In Banksys eigenen Worten: «The
world’s first street art disaster movie».

Erst Gestern auf der Viennale, und schon Heute umsonst bei uns im Haus 🙂

Itty Bitty Titty Committee (USA 2007) von Jamie Babbit, 87 Min.;

Anna is coming out. But not as gay as a revolutionary. Itty Bitty Titty
Committee is a rockin love song to the heady rush of sex, freedom and
rebellion that happens when an everyday girl discovers her own strength
and the righteous indignation needed to take action and change the world.
Our heroine is a shy, just-out-of-high-school lesbian, still living with
her parents and working at a plastic surgery clinic. Her world opens up
one night when she catches a one-woman army reclaiming public space for
women (i.e., spray painting the clinic where Anna works). A recruiting
member of the guerrilla girls-esque Clits in Action (C(i)A), Sadie is
trying to make people aware of how bad
plastic surgery is for women and makes Anna join the ranks of C(i)A…

# Di. 26.10 23Uhr: 23Uhr: Gemeinsames Dumpstern gehn! Auch für
AnfängerInnen 😉

Noch nicht fix Wann:

# KostNix-Café: Chill-out mit Brett & Kartenspielen, Musik, Zines,
Kaffee, Kuchen & leckerem selbstgemachten Chai-tee!

# ART-Session: Malen mit Acrylfarben, Kreiden, Windowcolor etc.

# Literarischer-Austausch: Literarischer Austausch mit selbstgeschriebenen
od. selbstmitgebrachten Texten!

# Kollektiv Offene Redaktion

# Siebdruck-Action: Bringt eigenes Gewand mit dass ihr gerne bedrucken
wollt – heute habt ihr die Gelegenheit dazu!

# AUSTELLUNG über Freiräume

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