LESUNG: aus dem “Lexikon der Sabotage” von & mit Peter A.Krobath

24. Oktober 2010
20:00bis22:00

Wo: wird auf http://hausprojekt.noblogs.org bekannt gegeben.

von & mit Peter A.Krobath

»Es gibt unerlaubte Handlungen im (Berufs-)Leben, von denen durchaus geredet wird – aber nur hinter vorgehaltener Hand. Was im privaten Jargon gerne als Notwehr oder Heldentat umschrieben wird, ist juristisch gesehen nichts anderes als Betriebskriminalität. Die Statistiken von Ermittlungsbehörden und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften besagen, dass diese Form der Kriminalität in Österreich und Deutschland in den letzten Jahren gestiegen ist. Im Speziellen nehmen Unterschlagungs- und Diebstahldelikte am Arbeitsplatz deutlich zu, aber auch Produktpiraterie und Industriespionage.

Aus der Sicht der Akteure stellen sich diese Sachverhalte meist entspannter und oft auch amüsant dar. Die Rede ist vom notwendigen Aufbessern des Gehalts in prekären Arbeitsverhältnissen; vom Reiz der unwiderstehlichen Gelegenheit; vom Mitschneiden und Mitnaschen, weil es die anderen und ganz besonders »die da oben« auch tun; von der zwar nicht erlaubten, aber legitimen
Eigeninitiative und der sozialen Rebellion; aber auch vom kindischen Unfug, sanften Verweigern, cleveren Austricksen, kreativen Schabernack – nur wenn von der Rache am Chef berichtet wird, kommt mitunter auch ein bitterer und ernsthafter Ton ins Spiel.

Bernhard Halmer und Peter A. Krobath haben sich in den letzten Jahren umgehört und zu Papier gebracht, was eigentlich nicht für die Öffentlichkeit bestimmt ist. Naturgemäß konnten sie diese ganz anderen Erzählungen aus der Arbeitswelt nicht auf ihren Wahrheitsgehalt überprüfen. Doch ob wahr, geschönt oder eine urban legend –das Lexikon der Sabotage gibt einen spannenden und soziologisch interessanten Einblick in die psycho-soziale Befindlichkeit von Arbeitnehmern und freien Mitarbeitern: Vom Tankwart zur Ärztin, vom Polizisten zur Fitnesstrainerin, vom Meinungsforscher zum Schiffskoch, vom Taxifahrer zur Biologin, vom Journalisten zur Buchhalterin, vom Installateur zur Sexarbeiterin und vom Schlafwagenschaffner zur Flugbegleiterin kommen die unterschiedlichsten Berufe zu Wort.

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